A Strange Encounter / Hey you (2)

mit Lydia Ourahmane

16. Juli 2017, 19 Uhr

Lydia Ourahmane: common id

Performt von Lias Kaci Saoudi
Chello: Hans Wagner


common id ist ein gewaltiger, raumfüllender Chor aus Klängen und Stimmen - gesprochen als Kommentar gegen die geläufige Vernunft, das Gelehrte und Gewohnheitsmäßige. Die zentrale Figur transportiert antagonistische Stimmen und Charaktere, die aus der zeitgenössischen Landschaft sozialer Konflikte hervorgehen.

Der Protagonist bewegt sich zögernd durch den Raum, während eine Meinungsverschiedenheit in Call and Response ausgetragen wird, eingeleitet durch ein von Ourahmane in Sidi El Houari, Oran, Algerien aufgenommenes Medahat-Lied – eine traditionell von Sängerinnen in einem für Männer unverständlichen Code gesungenen Volksmusik. Das Cello verhält sich wie ein Gespräch zwischen zwei Positionen des Bewusstseins und wie ein Zeuge am Tatort.

In gesangsähnlichen Reden trägt der Performer das konfliktreiche Szenario eines Tatorts, seines Zeugen, seines Opfers, seines Täters und seines Rechtssystems. In unausgesprochenen Gesetzen positioniert, die in die individuelle und kollektive Mentalität eingeschrieben sind, stellt sie eine mündliche Geschichte nach, die mit Anklage, den Ruf nach Reinigung, verschlucktem Widerstand und endgültiger Akzeptanz konfrontiert ist.


Lydia Ourahmane (geb. 1992 in Saïda, Algerien) lebt in London und arbeitet zwischen Großbritannien und Algerien. Sie studierte an der Goldsmiths University of London und ihre künstlerische Praxis umfasst neue Medien, Video, öffentliche Interventionen, Performance, Skulptur sowie gefundene Objekte. Ourahmanes Arbeiten untersuchen komplexe soziale und politische Strukturen, interne und externe Kräfte, welche die individuelle Existenz bestimmen, kollektive Zukunft und Handlungsfähigkeit formen und oft in Frustration, Desillusion und dem Ausdruck von Nationalität vor dem Kontext des zeitgenössischen, postkolonialen Algerien, wurzeln.

Ourahmane präsentiere ihre Arbeiten unter anderem bei Bloomberg New Contemporaries 2014 am Institute of Contemporary Arts, London und World Museum, Liverpool; John Jones Project Space, London; Delfina Foundation, London; Ellis King Gallery, Dublin, sowie in den Gruppenausstellungen “Territoires Arabes” im Constantine Capital of Arab Culture 2015, und “Natural Instincts” im Espace Arlaud in Lausanne (kuratiert von Samuel Leuenberger). 2017 ist sie Teil der 15. Istanbul Biennale “A Good Neighbour” (kuratiert von Elmgreen and Dragset) und präsentiert eine Einzelausstellung bei Chisenhale Gallery, London.

Der britisch/algerische Lias Saoudi (geb.1986, Southampton, UK) ist der Frontsinger von Fat White Family (FWF), die 2011 gegründet wurde. Er ist in Schottland und Nordirland aufgewachsen, bevor er an Londons Slade School of Fine Art studierte. Er ist für seine zutiefst persönlichen, manischen Performances bekannt, die in seiner Hingabe für die Intensität totalen Ausdrucks, Skeptizismus und linken Politik begründet liegen.

A Strange Encounter / Hey you (2)
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